Pferdeosteopathie

In den 1970er Jahren begann die Übertragung der Prinzipien und der Philosophie der Human-Osteopathie auf das Pferd. Die Entwicklung der Osteopathie geht auf den Humanmediziner, Dr. Andrew Tayler Still (Lee County, Virginia, USA) zurück, der 1892 in Kirksville, USA, seine erste Schule für Human-Osteopathie gründete.

Die Osteopathie ist keine neue Wissenschaft, sondern vielmehr eine Philosophie; eine medizinische Kunst und Denkweise. Geprägt von wissenschaftlichen Erkenntnissen, den Organismus in seiner Gesamtheit und dessen Pathologie wahrzunehmen, bedient sie sich verschiedener Manipulationstechniken, erhebt aber nicht den Anspruch strukturelle Manipulationstechniken erfunden zu haben. Die Osteopathie ist eine eigenständige Heilmethode, die einzigartig in ihrem Denken, ihrer Art und Weise zu fühlen und dem darauf folgendem Handeln ist. Therapeutisches Ziel ist die Wiederherstellung des gestörten Gleichgewichts und die Stimulation der Selbstheilungskräfte des Körpers.

Der Osteopath benutzt ausschließlich seine Hände um sich in das Gewebe hineinzufühlen, hineinzudenken, mit ihm zu kommunizieren und den Organismus in seiner Gesamtheit zu untersuchen.

Wann kann Osteopathie für Pferde nützlich sein?

Unerklärliche Lahmheiten, fehlende Elastizität unter dem Reiter oder auch Verweigerungen gegen reiterliche Hilfen können ebenso Indizien für eine Krankheit des Pferdes sein, wie stärkere Erschöpfung und längere Erholungszeiten nach der täglichen Arbeit.

Wenn die Leistung des Pferdes spürbar nachlässt und keine organische Erkrankung durch den behandelnden Tierarzt diagnostiziert werden kann, stellt die osteopathische Therapie einen möglichen Weg der Heilung dar.

Die Osteopathie versteht sich nicht als Ersatz für tierärztliche Konsultationen und gewissenhafte klinische Diagnostik!


Quelle:
Enke Verlag Stuttgart 2004
Pascal Evrard D.O. "Lehrbuch der Strukturellen Osteophathie beim Pferd"
ISBN 3-8304-1030-1

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